Die Schafzucht in der Ortschaft Achternholt reicht weit ins
19-te Jahrhundert zurück, so lautet eine
Beschreibung von L. Kohli - Herzogtum Oldenburg 1824 :

"Die Schafzucht wird ziemlich stark betrieben. Die hiesigen Schafe sind nur von kleiner Rasse mit struppiger Wolle -sogenannte Heidschnucken- von deren Wolle man teils eigenes Zeug zur Kleidung, meistenteils aber eine Art grober Strümpfe (Sogenannte Matrosenstrümpfe - ähnlich heutiger Strumpfhosen ) fertigt, die einen Haupterwerbszweig abgaben. Da in großer Menge nach Holland, Bremen u. a- abgesetzt w1rd, wurden dadurch in den Kreisen Vechta, Cloppenburg und südlich Oldenburg jährlich wohl über 100 000 Reichstaler gewonnen. Diese Arbeit - das Strumpfstricken- wird hier nicht nur von den Schäfern, sondern von fast allen Landleuten als Nebenerwerb betrieben. Gewöhnlich strickt hier der Bauer, Herr oder Knecht, wenn er zu Felde fährt oder zurück kommt und trägt fast überall sein Strickzeug bei sich."


Zwei der hier folgenden Karten zeigen, wann die Heide ungefähr hier Einzug gehalten hat.


Ausschnitt aus der Karte "Der Winkel" von Döler Wede 1569.
In dieser Karte wurden nur fester und sumpfiger Boden sowie Holzung eingetragen und nicht Heide
.
           

Ausschnitt aus der Oldenburgischen Vogteikarte, Wardenburg I, von Vermesser und Zeichner Heinrich Hüner 1791.
Die Begrenzung von Achternholt wurde entsprechend der Topographischen Karte von 1994 (wie unten) dargestellt.
 Hier ist zu erkennen, dass der größte südliche Teil von Achternholt schon mit Heide bedeckt war.




In diese Topographische Karte (1994) wurden die um ca. 1930 noch vorhandenen Heideflächen (gelb) und zu dieser Zeit noch vorhandenen Schafkoven (grün) eingezeichnet.
Es waren also um diese Zeit noch 6 Schafkoven vorhanden.


Die Schafkoven 3,4,5 und 6 gibt es nicht mehr und wurden in den folgenden Bildern mit einer grauen Umrandung angedeutet.
   

3) Martens (am Wohnhaus), Straße zum Schießstand


4) Martens (gegenüber Schießstand), Straße zum Schießstand
 Georg Knetemann 1935

1987 abgerissen                                
5) Lienemann Oberlethe, an der Böseler Straße:(Gemälde von Georg Knetemann)
Dieser Schafkoven wurde als Symbol der Ortschaft Achternholt als Kettenanhänger in der Bürgermeisterkette 1969 übernommen und ist das Wahrzeichen der Ortschaft.


6) Köhne Oberlethe, an der Böseler Straße


Es sind jedoch noch 2 Schafkoven 1) und 2) vorhanden, die jetzt als Geräteschuppen dienen.

1) Lüschen am Heidschnuckenweg


2) Lüschen am Münsterschen Damm


In Achternholt ist noch eine Heidefläche von ca. 1 ha vorhanden.




Auf dieser Heidefläche sind noch beide Heidearten vorhanden.

Links im Bild das "Gemeine Heidekraut
" auch "Besenheide" genannt, Juni/August,
liebt sandigen und sauren Boden,
ist sehr häufig und gibt eine gute Bienenweide.

Rechts im Bild die "Glockenheide", Juli/August,
liebt sandigen, sauren oder torfigen Boden,
von Dichtern gern besungene Heide, vorzügliche Bienenweide
.

Beide Arten lieben hellen sandigen und kargen Boden, wie ortsüblich gesagt wird.



Die letzten Erinnerungen an die Schafzucht sind:
1) Die noch erhaltene Heidefläche,
2) die Schafkoven am Heidschnuckenweg und am Münsterschen Damm und
3) der Weg Heidschnuckenweg.



Der Schäfer Jan Peters hat noch bis 1954 die Schafherde von Hermann Lüschen mit 150 Schafen geweidet.
Er wurde nach seinem Tod als 1. auf dem neuen Friedhof Benthullen beigesetzt. Das Bild zeigt Jan Peters mit seiner Schafherde auf dem Weg zum Litteler Fuhrenkamp.
Im Hintergrund ist die nun schon 300-jährige Buche zu sehen.


Das Bild unten zeigt den Schäfer Peters mit Hund und Schafen
Im Hintergrund der Litteler Fuhrenkamp..


Benno Sturm, Achternholt