Ein Bericht aus dem Gemeindespiegel Nr.5 brachte mich auf die Idee, diesen Artikel über die Geschichte des Münsterschen Dammes im Internet zu veröffentlichen und eine Lageskizze dazu anzufertigen.

Der Münstersche Damm

Im Oldenburger Salbuch, das heißt in dem Register der Rechte des Oldenburger Grafen, heißt es zwischen 1428 und 1450, daß das Geleit (Wegeschutzrecht) bis nach Beverbrok geht. Dorthin wo das Kreuz stehe. Bei diesem Weg handelt es sich um den Weg Nr. 1 des Wardenburger Wegeregisters, den Münsterschen Damm, der von Tungeln über die Lethe durch Oberlethe und Achternholt nach Littel führt. Ein alter Heer- und Handelsweg also, der Oldenburg mit Cloppenburg verband.

Die Handelsleute aus dem benachbarten Münsterland mußten durch das Dorf Oberlethe fahren, wenn sie nach Oldenburg zum Markt wollten. Um 1900 gab es hier noch keinen befestigten Weg. Wo heute Wandscher in Oberlethe wohnt, war 1900 noch ein Zollbaum.

Wegezoll für den Straßenbau

Mit solchen Straßenbauabgaben haben seinerzeit die Gemeinden die Straßenbaunutzer an den Straßenbaukosten beteiligt. So mußten die Leute aus dem benachbarten Münsterland, wenn sie nach Oldenburg wollten, durch Oberlethe fahren. Vor 1900 gab es hier noch keine befestigten Wege. Wo heute Wandscher neben der ehemalige Bäckerei Hollje wohnt, stand noch 1900 der Zollbaum.

Jeder, der diesen Weg fuhr, mußte diese Zollstation passieren und die Zollgebühren zahlen. Diese Gebühren waren mit der heutigen Währung verglichen sehr gering. Trotzdem wurden sie aber nicht gerne gezahlt, und des öfteren nahm man einen Umweg in Kauf, um die Zollgebühr zu vermeiden.

Wegen der schlechten Wege durfte eine Wagenlast nicht über 20 Zentner betragen. Der Zoll war verschieden hoch. Es kam auf die Fracht an,die die Wegebenutzer mit sich führten. Bei 2 Pferden  Bespannung zahlte man 14 Pfennig, bei einem Pferd die Hälfte. Der Reiter zahlte 2  Pfennig und für ein Stück Rindvieh die Hälfte. 
Bei Kutschwagen waren die Gebühren  20 Pfennig. Personen wurden nicht veranlagt. Beiderseits des Zollbaumes war der Weg mit tiefen Furchen versehen, damit ein Umfahren der Zollstelle nicht so leicht möglich wurde.Die Zollstellen waren an solchen angelegt, an denen das Ausweichen nur schwer möglich war.Wäre man von Achternholt über Wardenburg gefahren, dann hätte man den Zollbaum, der "Im kühlen Grunde" knapp vor der Lethebrücke stand, passieren müssen.

Der Zustand der Wege war damals sehr schlecht und mancher Benutzer mußte sich Vorspann besorgen, um überhaupt durchzukommen. Es ist anzunehmen, das man weniger an guten Wegen interessiert war, als an dem zusätzlichen Verdienst durch den Vorspann. An der Zollstelle war auch ein Ausspann, hier konnte man zur Not auch übernachten oder die Gespanne füttern. Man nannte die Oberlether Zollstätte "Heustäer" und noch heute sagt man zu der Familie Wandscher "Heustäer sien".

Dieser Wegezoll  mußte in den letzten Jahren seines Bestehens mit der Gemeinde abgerechnet werden, wobei der Zolleinnehmer 10 % der Zollgebühren für seine Arbeit erhielt. In früheren Zeiten waren aber auch solche Zollstellen von der Vogtei gegen eine feste Gebühr verpachtet. Dann mußte der Zolleinnehmer sehen, wie er zu seinem Geld kam.

Der leidige und unbeliebte Zollbaum ist 1908 verschwunden. Der Münstersche Damm einst Verbindungsweg zwischen Oldenburg und Cloppenburg, hat diese Aufgabe verloren, nachdem die B 69 über Wardenburg nach Ahlhorn ausgebaut ist. Dafür hat er aber nun eine andere Funktion erhalten. Er ist zur Verbindungsstraße der Moorgebiete zwischen Achternholt und Bösel geworden. Außerdem ist er jetzt der Zufahrtsweg für die Bundeswehr zu ihrem Schießplatz am Litteler Fuhrenkamp. Nachdem das Zwischenstück bei der Oberlether Schule ausgebaut und er mit einem Fahrradweg ausgerüstet wurde, ist er die wichtigste Verkehrsstraße des Ortes Oberlethe (Richtung Achternholt, Bösel).

Quelle:
Gemeindespiegel, Ausgabe Nr.12, 1974
Hans-Hermann Martens, Oberlethe

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Die Wegekarten zeigen den Verlauf des jetzigen Münsterschen Dammes,
und den "Jetzt - Zustand" mit den nummerierten, folgenden Fotos.

                                          Wegekarten


Aufnahmen an verschiedenen Wegestellen:


Nr: 1 (Anfang Achternholt)            Nr: 2 (befestigt, Anfang A'holt)     


Nr: 3 (unbefestigt, Mitte)               Nr: 4 (unbefestigt, Mitte)



Nr: 5 (unbefestigt, Mitte)               Nr: 6 ( befestigt, Ende)


Nr: 7 (Ende, Beverbrok)

Bearbeitung und Fotos von Benno Sturm