2) Moorfunker Hans Köhn

Am 19. Februar 1981 ist Hans Köhn gestorben.
Er war in Achternholt als "Moorfunker" bekannt. In einem Wohnwagen hatte er seine Funkstation untergebracht, und diese stand hinter dem Grundstück Gustav Schmidts am Gieskenmoorweg.
Als Mitglied des Deutschen Amateur-Radio-Clubs bastelte Hans Köhn sich bei seinem Wohnwagen seine eigene Funkanlage. Hier tauschte er Erfahrungen mit Amateuren rund um den Erdball aus; oft entwickelten sich daraus feste Freundschaften und Einladungen.


Von einem Amateurfunker ist hier die Rede, einem Mann, dem, wie er selbst sagte, die weite Welt gehört, der mit der Drehung eines Knopfes das Weltall durcheilt und in allen Ecken der Welt seine Freunde hat.

 

Sogar König Hussein hatte Funkkontakt mit Wardenburg!




Herr Hans Köhn war in Achternholt (Wardenburg) unter dem international anerkannten Rufzeichen "DL 2 FE A" erreichbar.

Aber Amateurfunker wird man nicht von heute auf morgen. Es ist außer der Anschaffung der Funkgeräte und der Errichtung von Antennenanlagen auch noch eine strenge Prüfung vor einer Kommission, der zuständigen Oberpostdirektion, abzulegen.
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In seinem Funkwagen war es übrigens urgemütlich. Auf dem Tisch neben dem leise summenden Funkgerät lag das Logbuch, das nicht nur jedes Schiff, sondern auch jeder Funkamateur führen musste. Hier fand man, mit wem Hans Köhn zuletzt gesprochen hatte. Z.B. mit Dublin, Tönsberg in Norwegen, New York, Cordoba, Portsmouth oder Rom. Zu den wichtigsten Daten gehören natürlich das Datum; dann die Frequenz (also Wellenlänge) und die Angaben über Beginn und Ende der Gespräche in MEZ oder GMT, Betriebsart und die Hördaten, also ob der Empfang gut oder schlecht war.

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Ein Amateurfunker weiß nie, wer ihm auf seinen "CQ Ruf" im nächsten Moment antwortet, so nennt man einen Anruf an alle. Es kann z.B. ein Arzt in Italien sein, ein amerikanischer Student, ein Lehrling in Österreich, ein Pflanzer in Afrika, ein Ingenieur in Sibirien oder ein Forscher auf Expedition in den Anden in Chile.

Menschen jeden Alters, (soweit sie das 18. Lebensjahr erreicht haben) und aller Berufe finden hier als Belohnung für die Ausdauer und den Fleiß bis zum Bestehen der Prüfung eine faszinierende Freizeitbeschäftigung.

Die bunte Palette der Diplome reicht bei Hans Köhn von den innerdeutschen Diplomen wie das "Robinsondorf Award", das "Bocksbeutel Diplom" und das "DLD-500", das mit der Verleihung der goldenen Leistungsnadel des D.A.R.C. (Deutschen Amateur-Radio-Club) verbunden ist, bis hin zum W.A.C. Phone (Worked all Continents Phone) für die Aufnahme der Funkverbindung im Sprechfunkverkehr mit Amateurstationen aus allen Erdteilen der Welt.

Höhepunkte sind jedoch die persönlichen Kontaktaufnahmen, die aber meistenteils nur einmal im Jahr getätigt werden. Wenn man weiß, dass Herr Köhn ehemals Marineoffizier war, so ist verständlich, dass seine Freunde gleichfalls aus seemännischen Kreisen kamen.
Die guten Abstrahlungsbedingungen in Achternholt wurden durch die Grundwasserabsenkungen so schlecht, dass er den Achternholter Standort aufgeben musste.
Herr Hans Köhn war nicht nur ein begeisterter Amateurfunker, sondern auch Altkartograph, Schutzhelmsammler, und ein großer Musikliebhaber.
Gsp.13/6-10/1974 und 39/25/1981