Vereine und Gruppen

1) Kinder-Tanzgruppe
2) Junggesellenclub "Lat se susen"
3) Gemischter Chor Achternholt


1) Kinder-Tanzgruppe Achternholt

Achternholt hat seit Februar 2001 wieder eine Kinder-Tanzgruppe.
Sie wurde gegründet von unserer sehr eifrigen und zielbewussten Wiltrud Wöbken mit Unterstützung durch Anke Schmidt.
Binnen kurzer Zeit fanden sich 7 Paare ein; leider weniger Jungen.
An dieser Stelle wird auch noch einmal geworben, um einige Jungen zu motivieren.

Es wurde tüchtig geübt, um beim 1. Auftritt fit zu sein.

Wiltrud (rechts) und Anke (links) beim wöchentlichen Üben.

Um außer der Kleidung (Mädchen weiße Bluse, blauer Rock; und Jungen weißes Hemd, schwarze Hose) auch noch Halstücher zu besitzen, wurden diese von den Mädchen und Jungen mit Seidenmalerei selbst hergestellt.

Die Kinder waren mit großer Freude dabei.


Wiltrud war immer mit fachkundiger Beratung dabei.

Dann war es am 18. August beim Grillfest am Grillhaus soweit. Die Gruppe tanzte schon so gut, dass der Beifall der Dorfgemeinschaft riesig war.


Die Dorfgemeinschaft wünscht der Kinder-Tanzgruppe viel Freude am Tanzen und viele Auftritte.


2) Junggesellenclub "Lat se susen" Achternholt.

Dieser Verein ist schon so alt und fast vergessen. Daher ist es auch besser, wenn über diesen Verein bereits schon Geschriebenes von Herrn Schwettmann im Gemeindespiegel übernommen wird.

Am 3. Februar 1924 um 18.30 Uhr wurde der Junggesellenclub "Lat se susen" im Gasthaus August Teebken in Achternholt gegründet. Das Vereinslokal war das Gasthaus August Teebken, das 1986 von den Gebrüdern Wöbken übernommen wurde. Ende 1999 erfolgte eine Verpachtung mit gleichzeitiger Namensänderung: heute "Achternholter Krug".

Zunächst sei gesagt, der Verein besteht eigentlich nur noch auf dem Papier.

Gemeindespiegel Nr. 49/50/51, 13./14. Jahrgang, Dezember 1983/84

Am 3. Februar 1984 feierte der Junggesellenclub in Achternholt sein 60-jähriges Bestehen. Obwohl es um den Junggesellenclub in den letzten 10-15 Jahren in der Öffentlichkeit sehr ruhig wurde, haben sich immer wieder Mitglieder gefunden, um den Club "Lat se susen" in Achternholt vor dem Untergang zu bewahren. Von den Paragraphen der Statuten des Vereins werden viele nicht mehr befolgt, allein schon wegen der niedrigen Mitgliederschaftszahlen, die in den letzten Jahren zwischen 6-8 Personen schwankten. Der traditionelle Weihnachtsball wird immer noch von den Junggesellen und ihrem Vereinswirt durchgeführt.Im Sommer organisieren sie einen Ausflug bis zu 10 Tagen, an dem sich alt und jung aus der Umgebung beteiligen kann. Alle Protokoll- und Kassenbücher sind seit der Gründung im Vereinslokal aufbewahrt worden. Ich erwähne nun einiges aus der Vereinschronik. Auf dieser Gründungsversammlung wurden die Vereinssatzungen zusammengestellt. Es wurde einstimmig beschlossen: Monatlich wird ein Beitrag von 20 Pfennig erhoben. Das schwerste Vergehen ist natürlich das Eingehen einer Ehe. Dafür muss der Sünder 3 Flaschen Korn blechen.

Wenn das Mitglied Hochzeit hat, soll ihm vom Verein ein Geschenk überreicht werden. Seine Mitgliedschaft muß natürlich 3 Jahre betragen. Das Liebäugeln mit einem Mädchen kostet 10 Pfennig, wenn es von einem Kontrolleur, der vom Verein eingesetzt wird, bemerkt wird. Sollte sich aber einer der Übeltäter gar zu Zärtlichkeiten verleiten lassen, muß er die doppelte Strafe zahlen...Am 20 September 1926 wurde der Junggesellenclub zum ersten Mal fotografiert. Dieses Bild hängt im Clubzimmer des Vereinslokals. Um diese Zeit wurde auch die Dorfkapelle gegründet.

Das 1. Foto vom Junggesellenclub "Lat se susen", Achternholt, am 20. Septedmber 1926.

Vor der offiziellen Gründung (Februar 1924) fanden aber bereits 1923 regelmäßige Zusammenkünfte bei einzelnen Junggesellen statt. So machte Fritz Wilmsmann in Schwettmanns Schneiderwerkstatt den Vorschlag, einen Junggesellenclub ins Leben zu rufen, in den jeder junge Mann eintreten konnte.
Vielseitig wirkte der Junggesellenclub nach seiner Gründung. So wurde im März1931 zum ersten Mal das Achternholter Osterfeuer entzündet. Die Junggesellen trafen sich auch ein bis zweimal im Jahr, um mit Harke, Schaufel, Spaten und Sense den Achternholter"Brink" in Ordnung zu halten, auf dem nach dem 2. Weltkrieg das Ehrenmal für die Gefallenen errichtet wurde.


Bundesjunggesellenclub "Bavaria" 1930 (Achternholt, Westerholt, Oberlethe, Achternmeer)

Höhepunkt im Vereinsleben waren die "Junggesellenrennen", die nun abwechselnd in einem Ort der im Junggesellenbund "Bavaria" zusammengeschlossenen Vereine stattfanden.
Zur Belustigung aller sah man dann Kinderwagenschieben, Wettrennen mit Karren, auf der eine Kugel lag, Nudellauf, Wettangeln, Boßeln und Pokallauf.
Laut Protokollbuch fand am 28. August der letzte Junggesellenball statt. Durch den drohenden Schatten eines herannahenden 2. Weltkrieges wurde der Club gezwungen, eine einstweilige "Ruhepause" einzulegen.

Am 1. Juli 1948 wurde der Junggesellenclub neu gegründet von folgenden Junggesellen: Johann Wilken, Hans Speckmann, Werner Speckmann, Günther Martens, Helmut Martens, Hermann Martens, Gustav Schmidt, Helmut Haase, Hermann Schröder, Hermann Lankenau, Hans Martens, Walter Marks, Walter Meyer,  Hans Schwettmann, Herbert Nendza, Alfred Martens. Vorsitzender wurde Johann Wilkens.
Der 1. "gemütliche Abend" der Junggesellen fand am 4. Dezember statt. Jedem Junggesellen des Vereins wurde zur Auflage gemacht, daß er zu diesem Abend ein Mädchen mitzubringen hatte. Folgte er dieser Auflage nicht oder blieb er ganz fern, mußte er 5,-- DM in die Kasse zahlen.

Gemütlicher Abend mit Mädchen

Am 1. Ostertag des Jahres 1949 fuhren die Junggesellen zum 1. Male nach dem Kriege ein Osterfeuer zusammen. Einige Achternholter, die das Schnapsbrennen nach dem Kriege gelernt hatten, standen mit ihren Flaschen auf dem Platz und schenkten den fleißigen Fuhrwerkern und Packern laufend ein.

Junggesellenclub Achternholt 1954.

Im Sommer des Jahres 1954 veranstalteten die Junggesellen in Achternholt einen Jubiläumsball zum 30-jährigem Bestehen des Vereins. Alle ehemaligen Junggesellen und Gründer von 1924 wurden schriftlich eingeladen. Auch die Junggesellenclubs "Flotte Jungs" Westerholt, Treue Jungs" Oberlethe und "Vergnügte Brüder" Achternmeer nahmen an der Feier teil. Besonders geehrt wurde Fritz Wilmsmann, damals 1. Vorsitzender ( heute noch Junggeselle) und Hermann Hilgen, der dem Verein den Namen "Lat se susen" gab.
Fritz Wilmsmann

Es gab auch einen Schlagruf des Junggesellenclubs: Lat se susen- Lat se susen- denn wi könt nach een verknusen! Se hett'n Fehler- Se hett'n Fehler- an de Lung, an de Tung, an de Leber!- Prost!!!

Sehr sportlich waren die Achternholter Junggesellen bei den Bundesfesten. 1964 gewannen sie auf dem Bundesjunggesellenfest in Achternmeer den Pokal im 100 Meter Staffellauf, die Fußballplaketten und fast alle 1. und 2. Preise in den anderen Sportarten. In den darauffolgenden Jahren 1965 bis 1969 waren die Achternholter Junggesellen ebenfalls POKALSIEGER im Staffellauf.


Junggesellenclub "Lat se susen".
Aufmarsch zur Gratulation bei der Heirat von Anne und August Wöbken am 12. Mai 1964

Auf einer Versammlung am 30.4.65 hatten die Junggesellen den 1. Vorsitzenden und Gründer Fritz Wellmann zu Gast. Der 71-Jährige, der seinem Vorsatz treu blieb "Sei helle und bleib Junggeselle", war herzlich willkommen.
Auf der Bundesversammlung 1973 in Westerholt wurde beschlossen, daß vorläufig kein Bundesjunggesellenfest mehr stattfinden sollte. Dem Junggesellenclub "Bavaria" drohte damit das "AUS".
Als sich dann im Herbst 1974 der Abgang von zwei weiteren Mitgliedern wegen Heirat angekündigt hatte, wurde es immer stiller um den Junggesellenclub Achternholt
Vier Junggesellen, die auch heute noch aktiv sind, sorgen dafür, daß der Club bestehen bleibt. Diese vier bleiben bis heute ihren Vereinsstatuten treu. Ihre Devise: "Mensch sei helle und bleib Junggeselle!"
Jeder ehemalige Junggeselle der dem Junggesellenclub "Lat se susen" gedient hat, wird noch heute daran zurückdenken. Wenn er in das Vereinslokal Wöbken einkehrt und in den Glasschrank schaut, wo die Vereinsstandarte hängt, umringt von Pokalen und Fußballpla.ketten, die von den Achternholter Junggesellen heiß erkämpft wurden, so wird er denken, "schön war die Junggesellenzeit, sie kommt nicht mehr".

                                                                                                                                    Hans Schwettmann

1994 wurde eine Chronik zum 70-jährigen Bestehen des "Junggesellenclub -Lat se susen- Achternholt" in Form einer Zeitschrift mit 66 umfassenden Seiten erstellt.


3) Gemischter Chor Achternholt

Die Achternholter Bürger waren schon immer für eine besondere Attraktion bekannt. So haben sich nach der Währungsreforn 1947 viele Achternholter zusammengetan, um einen gemischten Chor Achternholt ins Leben zu rufen. Es wurde früher sowieso viel mehr bei jeder Gelegenheit gesungen. Ein Diregent wurde auch gleich gefunden. Es war Otto Krumland.