Die Entwicklung des Dorfes Achternholt 1970-1995

Teil I

Zum Jubiläum 725 Jahre Wardenburg kann die Dorfgemeinschaft Achternholt innerhalb der vergangenen 25 Jahre eine Menge Vorstandsarbeit verzeichnen. Die im November 1966 gegründete Dorfgemeinschaft kann somit auf ein breites Spektrum Dorfentwicklung zurückblicken. Hier ein Auszug der wichtigsten Ereignisse innerhalb des Dorfes:

1970 wird Achternholt an das Müllabfuhrnetz des Landkreises angeschlossen.

1971 veranstaltet die Dorfgemeinschaft den ersten Laternenumzug für die Jüngsten des Ortes. Auch noch heute findet jedes Jahr am letzten Sonnabend im September ein Laternenumzug durch den Ort statt. Seit all den Jahren wird der Umzug vom Spielmannszug des Schützenvereins Wardenburg begleitet. Die Feuerwehr Wardenburg sorgt sich um die Absicherung der Straßen.

1972 werden Wanderwegschilder und Wanderkarten für das "Achternholter Wandereck" angefertigt und herausgegeben. Die Achternholter Wanderecke sind ein Platz im Dorf, der auch von vielen Fremden, ob Sommer oder Winter, für einen schönen Spaziergang oder eine Radtour genutzt wird. An verschiedenen Plätzen des Dorfes werden Ruhebänke und Pflanzschalen aufgestellt.

1973 enthüllen Achternholter bei der Währungseiche einen Gedenkstein mit der Aufschrift "Währungseiche 20. Juni 1948". Mit diesem Findling wird an die Währungsreform erinnert.


Enthüllung des Gedenksteines durch den ehemaligen Bürgermeister Diedrich Fischbeck.

Als am 20. Juni 1948 die Reichsmark (RM) ungültig geworden war, haben viele Achternholter Bürger als sie von einer Tanzveranstaltung kamen, hier ihr restliches Geld vergraben (Ausführlicher Bericht dazu siehe auch Gemeindespiegel Nr. 69, 70 und 71). Ebenfalls 1973 löst die Bundespost die Posthilfsstelle im Hause Wöbken auf. An der Böseler Straße steht jetzt eine öffentliche Telefonzelle. Es war durch den Zuwachs an Bevölkerung nicht mehr zumutbar, den öffentlichen Fernsprecher im Hause Wöbken zu benutzen.

Der Schäfer Jan Peters mit der Schafherde von Lüschen, auf dem Wege zum Litteler Fuhrenkamp. Im Hintergrund die Litteler Buche. Bild 1938 von Georg Knetemann

1974 wird an der rechten Seite der Straße "Zum Schießstand" ein Wegegrundstück von Unrat und abgestorbenen Sträuchern gesäubert und neu mit Heide und Sträuchern bepflanzt. In diesem Jahr wird Achternholt mit dem Erdgasnetz versorgt.

1975: Seit 1975 nimmt Achternholt am "Internationalen Umwelttag" der UN-Umweltkonferenz Stockholm teil. Das Dorf leistete in den vergangenen Jahren immer wieder durch Anpflanzungen von Bäumen und Strauchwerk seinen Beitrag zum Umweltschutz.

1976: Bei der am 3. Oktober 1976 stattfindenden Gemeinderatswahl muss der kandidierende Achternholter Walter Meyer ausscheiden. Ihm fehlen fünf Stimmen für die Wiederwahl. 1972 wurde er mit 148 Stimmen in den Gemeinderat gewählt.

1977: Der alte Osterfeuerplatz und das Denkmal in Achternholt werden neu gestaltet und bepflanzt. Die Kreisstraße 149 wird von Achternholt bis zur Kreisgrenze Bösel mit einem Radweg ausgebaut.

1978: Wiltrud Wöbken gründet eine Volkstanzgruppe. Die Dorfgemeinschaft stellt für diese Gruppe Trachten.

1979: Dorfjugendliche errichten an der Böseler Straße einen Kinderspielplatz. Der freie Platz wird von Eckardt Heinje zur Verfügung gestellt. Im Herbst 1979 findet ein Einweihungsfest für die Kinder statt.

1979 findet der erste Seniorennachmittag in der Adventszeit statt. Ältere Mitbewohner des Dorfes sind zu einem Nachmittagsprogramm mit Theaterstück, Volkstanz, Gymnastikvorführungen und Gesang eingeladen. Diese Adventsnachmittage werden auch jetzt noch regelmäßig in der Vorweihnachtszeit veranstaltet.

1980: Das erste Grillfest wird veranstaltet. Beim "Bunten Abend" des Dorfes findet die Preisverteilung für "Unser Dorf soll schöner werden" statt. Der erste Vorsitzende der Dorfgemeinschaft kann 330 Gäste im Hause Wöbken begrüßen.

1981: Helmut Aebert, Achternholt, wird zum Ehrenmitglied der Dorfgemeinschaft ernannt. Seit 1966, also von Anfang an, führte er Vorstandsarbeit als Schriftführer durch. Nach dem großen Erfolg des Grillfestes 1979 wird beschlossen, jedes Jahr ein Grillfest im Sommer durchzuführen. Am Grillplatz wird deswegen eine Tanzfläche gepflastert.

1981: Eckardt Heinje wird in den Gemeinderat gewählt, 1991 auch Mitglied des Kreistages.

1982: Freiwillige Dorfbewohner errichten in mühevoller Kleinarbeit einen Grillpavillon beim Grillplatz. Später wird ein großer Findling mit der Aufschrift "Grillplatz 1982" aufgestellt. Als Zwischenstation ist er besonders bei Fahrradtouren sehr begehrt. Auch im Winter, während der Kohlfahrtsaison, ist er das Ziel vieler Gruppen, um hier eine kleine Rast einzulegen. Die Pflege und lnstandhaltung sowie Aufsicht werden von der Familie Oetjen versehen.

1984: Für fünfzehnmalige Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" stiftet die Gemeinde einen Baum. Vier weitere Bäume werden gepflanzt von Bürgermeister Diedrich Fischbeck.

1990: Nach vielen Jahren wird wieder ein Osterfeuer in Achternholt abgebrannt. Zum Abbrennen eines Osterfeuers wurde 1992 wieder ein dauerhafter Platz, rechts der Straße "Zum Schießstand", eingerichtet. Ein Osterfeuer war früher schon ein traditioneller Brauch in Achternholt. Von 1927 - 1939 wurde dieser Brauch mit einem Osterball in Teebkens Gasthaus (jetzt Wöbken) von dem Junggesellenclub "Lat se susen" durchgeführt. Nach dem zweiten Weltkrieg, von 1948 bis Anfang der siebziger Jahre, ebenfalls vom Junggesellenclub.

1993: Die Telefonzelle wird an der Böseler Straße entfernt. Ein neues Buswartehäuschen muss für die Schulkinder errichtet werden. Die Dorfgemeinschaft legt den Platz neu an mit Grünpflanzen und Blumen.

1992 findet eine große Pflanzaktion an der Straße "Zum Schießstand" statt. Ein Wegegrundstück wird von der Dorfgemeinschaft mit 20 Obstbäumen und 250 Sträuchern bepflanzt.

1994: Der Krötenteich beim Grillplatz wird gereinigt und erweitert und bietet dem Auge einen schönen Anblick.

Zu erwähnen ist an dieser Stelle noch, dass die Dorfgemeinschaft seit 1969 an der Aktion "Unser Dorf soll schöner werden" teilnimmt. Der Platz eins wurde zweimal belegt, sechsmal der Platz zwei und sechsmal der dritte Platz. Zur Dorfverschönerung trägt dazu natürlich auch das Ehrenmal bei, auf das die Dorfgemeinschaft großen Wert legt. Die Kranzniederlegungen der letzten 25 Jahre wurden mit Rednern von Gemeinde, Kirche und der Bundeswehr durchgeführt. Die Bundeswehr hat dabei allein vierzehnmal jemanden zur Andacht geschickt und zusätzlich einen Kranz niedergelegt. Ein Zeichen enger Verbundenheit zur Dorfgemeinschaft Achternholt.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus der Geschichte der Dorfgemeinschaft innerhalb der letzten 25 Jahre, für die Achternholter Bürger jedoch große Schritte vorwärts. In der Hoffnung, dass die Achternholter Dorfgemeinschaft noch viele Schritte nach vorne gehen kann und neue Generationen nachkommen.

Hans Schwettmann / Elke von Nethen, Achternholt


Die Entwicklung des Dorfes Achternholt von 1995 bis 2004
Teil II

Anlässlich der 725 Jahr Jubiläumsfeier von Wardenburg im September 1995 konnte für die Gemeindespiegelchronik (siehe auch Seite  11-13 GSP Chronik) eine stetige Weiterentwicklung des Dorfes innerhalb der 1966 gegründeten Dorfgemeinschaft verzeichnet werden. Nach neun Jahren ist es nun einmal wieder an der Zeit, eine neue Inspektion vorzunehmen und noch einmal auf die vergangenen Jahre zurückzublicken. Man wundert sich nur, wie viele kleine Meilensteine wieder gelegt wurden.

1995: Neben der Dorfgemeinschaft Achternholt nehmen noch vier weitere dorfeigene Gruppen am großen 725-Jahre-Jubiläumsumzug in Wardenburg teil.

1996: Die Dorfgemeinschaft nimmt von ihrem Vorstandsmitglied und 2. Schriftführer Hans Schwettmann Abschied, der immer mit großem Enthusiasmus seine Vorstandstätigkeiten ausgeführt hat und eine große Lücke im Dorf hinterlässt.
Nach einigen Diskussionen mit den Achternholter Bürgern konnte im Herbst 1996 die Fertigstellung des Abwasserkanalnetzes abgeschlossen werden.

1997: Jürgen Hollje, Achternholt, löst Hermann Wilken als 2. Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft ab.

1998: Der erste Vorsitzende Walter zu Jeddeloh stellt nach 20 Jahren aktiver Vorstandsarbeit sein Amt zur Verfügung. Die Mitglieder wählen den Achternholter Bernd Martens zum 1. Vorsitzenden. Der erste Schriftführer Claus Oltmann bekommt für dreißigjährige einwandfreie Tätigkeit als Schriftführer und Vorstandsmitglied ein Blumenpräsent. Er führt seit 1968 die Protokolle des Dorfes.

Auf dieser Generalversammlung der Dorfgemeinschaft wird das erste Mal für die Dorfmitglieder der neue Flächennutzungsplan für die geplante Neubebauung des Dorfes durch Vertreter der Gemeindeverwaltung vorgestellt. Viele Unstimmigkeiten machen sich innerhalb des Dorfes breit.

Juni 1998
50 Jahre Währungsreform
Aus diesem Anlass feiert die Dorfgemeinschaft am Platz der Währungseiche ihr traditionelles Grillfest schon im Juni. Ein buntes Halbtagsprogramm wird den Dörflern geboten. Als Ehrengast steht Erna Wöbken im Mittelpunkt (auch die NWZ berichtete am 12.06.1948 darüber) . Sie vergrub hier mit Freunden am Morgen der Währungsreform am 20.06.1998 die ungültig gewordene Reichsmark. 1973 pflanzte die Dorfgemeinschaft einen Eichenbaum und enthüllte einen Findling mit der Aufschrift "20. Juni 1948".
Für dreißigmalige Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" bekommt die Dorfgemeinschaft drei Wildbirnen-Bäume von der Gemeinde als Geschenk.

1999: Der ehemalige Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Achternholt wird auf der Generalversammlung im März 1999 einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Für 60 Liter Freibier geben die Achternholter im Sommer 1999 den "geklauten" Maibaum an die Oberlether zurück. Achternholter Mädchen hatten diesen mit List am 30. April an sich genommen.
Dezember 1999: Eckhard Heinje (CDU) ist neuer Bürgermeister der Gemeinde Wardenburg geworden. Gegenkandidat ist Eckhardt Hildebrand (SPD). Eckhard Heinje erhielt im zweiten Anlauf einer geheimen Wahl 13 von 14 Stimmen und musste ab jetzt mit der Vermutung leben, dass ihn ein Ratsmitglied aus den eigenen Reihen nicht unterstützt hat. Eckhardt Hildebrand bekommt bei vier ungültigen Wahlzetteln nur 11 Stimmen. Die Achternholter sind stolz auf ihren Bürgermeister.
    1999 entstehen die ersten neugebauten Einfamilienhäuser im Dorf. Andere folgen daraufhin, somit verjüngt sich auch die Bevölkerung und junges Leben kehrt ins Dorf zurück.
    2000 Auf der großen Silvesterfeier 1999/2000 anlässlich des Jahrtausendfestes waren über 200 Personen in Wöbken`s Gasthaus gekommen, um gemeinsam mit viel Schwung und guter Laune in das neue Jahr 2000 zu rutschen.

2000: Der Vorstand kann das 100. Mitglied der Dorfgemeinschaft verbuchen. Kirsten und Rainer Schwettmann bekommen für ihre neue Mitgliedschaft in der Dorfgemeinschaft Achternholt einen Blumenstrauß.

Der erste Schriftführer Claus Oltmann gibt nach 32-jähriger Vereinstreue sein Amt als Schriftführer und aktives Vereinsmitglied ab. Nachfolgerin wird Isabell Knetemann aus Achternholt. Auch Willa Oetjen stellt ihre Funktion als 1. Kassenführerin zur Verfügung. Nach 23-jähriger einwandfreier Tätigkeit gibt sie die Aufgabe an Birgitt Elter, Achternholt weiter.

Im September unternehmen die Mitglieder des Dorfes einen Ausflug zur Weltausstellung nach Hannover, zur EXPO 2000.

2001: Die Familie Wöbken gibt ihr traditionelles Gasthaus an Familie Wolter ab. Die Dorfgemeinschaft bedankt sich bei Erna Wöbken, Familien August und Manfred Wöbken für die einwandfreie und kooperative Zusammenarbeit in den vergangenen 35 Jahren. Familie Wöbken hat einen großen Teil zur Entwicklung der Dorfgemeinschaft beigetragen. Der Vorstand heißt den neuen Inhaber Familie Wolter, die die Gaststätte ab sofort unter dem Namen "Achterholter Krug" führt, mit einem Präsent willkommen.
Im Frühjahr 2001 werden Holzsitzgruppen von Mitgliedern gebaut, die an besonders schönen Plätzen im Dorf aufgestellt werden (siehe auch Internetseite Frühjahr 2001).

August 2001: Die neu gegründete Kindervolkstanzgruppe unter der Leitung von Wiltrud Wöbken und Anke Schmidt führt zum ersten Mal auf dem Achternholter Grillfest ihre neu einstudierten Volkstänze auf.

2002: Nach 54 Jahren müssen die Bundesbürger ihre D-Mark in den Euro eintauschen. Die Achternholter haben dafür auf dem Dorfgemeinschaftsball im November 2001 DM-Münzen und Scheine in einem großen Glas gesammelt um diese dann ähnlich wie zur Währungsreform 1948 in Achternholt zu vergraben. Zusammen mit einer Nordwest-Zeitung vom 31.12.2001 und einem kleinen Text für die Nachwelt werden diese Utensilien auf der Kohlfahrt im Februar 2002 auf dem alten Osterfeuerplatz vergraben.

Das Bild zeigt das fachgerechte Abdichten des Glases mit den Utensilien kurz vor dem Vergraben.
Als Erinnerung wurde eine Eurolinde gepflanzt, die an die guten alten DM-Zeiten noch lange erinnern soll. Daneben sind große Findlinge angeordnet, auf einem ist die Inschrift:
Eurolinde: 01. Januar 2002 eingemeißelt.


Nachfolgender Text wurde zusammen mit einer Anwesenheitsliste vergraben:

De Lü, de dat hier unnerschreven hebbt,
de weern daarbi, at wi hier an dissen Platz
ut Anlass von de "Euroeinführung" vom 01. Januar 2002
Geld vergraben hebbt.

An 24. November 2001 op denn Ball in use Dörpskroog
in Achternholt is dat Geld von Gästen tohoopsammelt, de
von ehre DM-Münzen und Schiens wat överher harrn, um dat
för de Generation na us fasttoholen.

Verfasserin für die DG: Elke Siefken, Achternholt


2003: Nach sechs Jahren löst Irmgard Altscher, Achternholt den 2. Vorsitzenden Jürgen Hollje ab. Die Dorfgemeinschaft bedankt sich bei Hollje für seinen unermüdlichen Einsatz.
Im September 2003 fällt der Achternholter Krug den Flammen zum Opfer. Aufgrund eines technischen Defekts brennt der Dachstuhl des Gebäudes. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Bis zuletzt hatten sich noch Gäste im Hause aufgehalten.
Nach kurzer Zeit konnte aber mit den Aufbauarbeiten wieder begonnen werden, sodass die geplanten Dorfaktivitäten wie Ball und Familiennachmittag stattfinden konnten.
Im Oktober konnte die Volkstanzgruppe Achternholt unter der Leitung von Wiltrud Wöbken auf ihr 25-jähriges Jubiläum zurückblicken. Seit 1978 gibt es die Erwachsenengruppe (siehe auch GSP Nr. 129, Seite 20).
Jetzt ist doch wieder eine ganze Menge an Geschehen zusammengekommen. Von den alltäglichen und jährlich wiederkehrenden Aktivitäten der Dorfgermeinschaft einmal ganz abgesehen. Das habe ich an dieser Stelle nicht noch einmal extra erläutert.
Wer sich für die wiederkehrenden Geschehnisse und Aktivitäten interessiert, der kann von Zeit zu Zeit ja immer einmal einen kleinen Blick in die sehr umfangreichen Seiten der Homepage der Dorfgemeinschaft werfen, unter www.Achternholt.de findet man bestimmt das ein oder andere, welches von Interese ist.

Bis zum nächsten Rückblick
Ihre
Elke Siefken, Achternholt