Ausflug der Dorfgemeinschaft Achternholt
am Sonntag, dem 19. September 2004

Etwa 30 Achternholter fanden sich um 9°° Uhr beim Treffpunkt "Achternholter Krug" ein, um mit dem Bus zur Halbtagesfahrt in das Saterländer Westermoor aufzubrechen.
Nach einer ungefähr dreiviertel Stunde erreichten wir eine der größten zusammenhängenden Hochmoorflächen Norddeutschlands.
Zu einer Führung mit der Moorbahn steuerte unser Bus das Torfwerk Moorkultur Ramsloh an. Der erfahrene Moorführer Ludger Thedering stellte sich vor und bat uns, in der Moorbahn Platz zu nehmen. Die Lok mit den beiden Hängern im Stil eines Planwagens tuckerte langsam vom Hofplatz ins Moor.
Endlos erscheinende abgeschobene Moorflächen, unterbrochen von Moordeichen, lagen vor uns. Nach einer Weile unterbrach der Moorführer die Fahrt, um uns Teilnehmern ausführlich den Auf- und Abbau des Moores, die Torfverwendung und die anschließende Nutzung der Moorflächen zu verdeutlichen.

Zusätzlich sah man beeindruckende Unterschiede zwischen riesigen Torfabbauflächen und großangelegten Wiederverwässerungs- oder Renaturierungsflächen, auf denen  sich schon seit mehr als 20 Jahren die heimischen Moorpflanzen wie z.B. Torfmoose, Wollgras, Bentgras und Heide, ansiedeln.

Einige Flächen wurden jedoch erst vor vier Jahren wiedervernäßt. Der Moorführer Ludger Thedering warnte eindringlich vor den Gefahren beim Betreten der in Renaturierung befindlichen Flächen.

Im Jahr 1920 wurde das Moorgut, das ca. 5 km von Ramsloh in Richtung Westen liegt, errichtet. 1941 kaufte die Firma Krupp den torf- und landwirtschaftlichen Betrieb von der Oldenburgischen Moorgutgesellschaft, da sie diesen Bereich als Aufschlaggebiet für die weittragenden Waffen benötigte. Die Firma Krupp kaufte noch den Brenntorfbetrieb der Firma Strenge Ocholt dazu. 1957 übernahm die Bundesrepublik Deutschland den Betrieb. So kam es, daß von 1962  bis 1971 auf dem Moorgut Ramsloh eine Außenstelle von Lingen als Strafanstalt war.

1980 wurde eine Mahl- und Mischanlage für lose Substrate erstellt. Es wurden nun in einer neuen Fabrikationsanlage in Ramsloh Foliensäcke mit Torfsubstraten und Blumenerde gefüllt für den Erwerbsgartenbau und für den Kleingärtner. In den folgenden Jahren wurden die Fabrikationsanlagen ständig modernisiert und erweitert.

Der Gesamtbetrieb beschäftigt rund 60 Mitarbeiter.

Das Saterländer Westermoor umfaßt insgesamt 5000 ha.

Davon stehen heute rund 1500 ha, alte und neue Flächen zusammen genommen, für die Abtorfung zur Verfügung.

Moore bildeten sich dort, wo Wasserüberschuß vorhanden war, so daß die abgestorbenen Pflanzenteile nicht zersetzt werden konnten und sich im Laufe von Jahrtausende Torfe bildeten. In Abhängigkeit von Klima und dem Geländeuntergrund entstanden unterschiedliche Moortypen.

Die zwei Hauptformen sind die Niedermoore und die Hochmoore. Niedermoore sind vom Grundwasser abhängig und bilden sich bei der Verlandung nährstoffreicher Seen, Teiche und Flußläufe. Das Hochmoor ist hinsichtlich seiner Entstehung vom Grundwasser völlig unabhängig. Es hat sich in der Regel über Niedermooren gebildet. Hochmoore werden nur noch durch das Niederschlagswasser gespeist.

Zu den folgenden Bildern:

Ankunft auf dem Hof des Moorkulturgut Ramsloh und Einstieg zur Führung mit der Moorbahn. Moorlandschaft soweit das Auge reicht; ein Naturerlebnis bei sonnigem Wetter.



Die Fahrt mit der Moorbahn geht los.Nach Verlassen des Betriebshofes fahren wir an abgetorften Flächen und endlosen Moordeichen entlang. Auf dem gesamten Areal sind 31 km Gleise verlegt worden.




Das Hochmoor hatte vor dem Abbau eine Mächtigkeit von 8 bis 9 Metern. Nach der Entwässerung durch Gräben sackte das Moor um ein Drittel ab. Nach dem Torfabbau entstehen große Renaturierungsflächen. Diese werden wiedervernäßt und der Natur überlassen. Heranwachsende Birken und anderer größerer Bewuchs werden abgeschlagen.




Nach einer Weile Moorbahnfahrt erläuterte der Moorführer das Torfabbauverfahren und andere Details. Brenntorf und Weißtorf sind durch eine Urschicht getrennt. Brenntorf wird als Presstorf produziert und kostet im Handel heutzutage 90 bis 100 Euro je Kubikmeter. Interessant ist, daß Moor in einem Jahr nur einen Millimeter wächst. Zwischen 1975 und 1989 errichtete der Bund die Langwellenstation Ramsloh. Die acht Funktürme der Marinefunksendeanlage im Westermoor sieht man schon aus weiter Ferne.




Hier sieht man eine Wiedervernässungsfläche mit den üblichen Moorpflanzen. Die Achternholter lauschen den Ausführungen des Moorführers.


Um die 300 Meter Länge betragen die von der Maschine abgelegten Torfreihen. Die Torfsoden werden von Hand im Kreuzverband zum Trocknen aufgestapelt. Für diese Tätigkeit, die auch von Haufrauen verrichtet wird, zahlt man pro Kubikmeter 80 bis 90 Cent.




Zum Abschluß der Halbtagesfahrt fanden sich alle Teilnehmer zum Mittagessen beim Achternholter Grillplatz ein. Bei Sonnenschein und frischer Luft schmeckte es allen gut.


Text: Magda Schröder
Fotos: Roland Knetemann
Datum: 28.9.04